Kanada ist nicht mehr das Holzfällerland, sondern eine Wirtschaftsmacht, die aus dem Schatten tritt

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Okt 042013
 

Kanadische Regierungsvertreter sowie Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft beschrieben vor knapp 100 Teilnehmern am 01.Oktober 2013 die Chancen für Unternehmen in den Provinzen Ontario, Alberta und Québec.

Die Chancen sind unter anderem deswegen so groß, weil der durchschnittliche Gesamtsteuersatz für Unternehmen (in Prozent vom Gewinn) im Jahre 2013 in Kanada 27 % war. Im Gegensatz dazu liegt der Satz in Deutschland bei 47 %. Aber auch die Energiekosten sind im Vergleich zu Deutschland gering. Der Preis beispielsweise für Erdgas in US-Dollar per BTU war im Jahre 2013 in Kanada $ 2,27, in Deutschland $ 11,03 ganz abgesehen von den Stromkosten. Die Kilowattstunde für industrielle Verbraucher im Jahre lag in Kanada 2013 bei € 0,067 und in Deutschland bei € 0,116.

Da lohnt es sich schon bei diesen Rahmenbedingungen auf das Kontaktnetzwerk Bayerns über die Repräsentanzen Québecs und Ontarios in München, aber auch in Montreal zugreifen können, wenn Investoren in Kanada Fuß fassen wollen.

Anlässlich der Konferenz erklärte Stefan Albat, stellvertretender vbw Hauptgeschäftsführer: „Ausländische Firmen, die in Kanada investieren wollen, profitieren von der politischen und wirtschaftlichen Stabilität des Landes sowie einer sehr innovationsfreundlichen Wirtschaftspolitik. Außerdem sprechen die reichen Rohstoffvorkommen, das große Potenzial an gut qualifizierten Fachkräften und die günstige Energieversorgung für Kanada als Standort insbesondere für das produzierende Gewerbe.“ Albat zufolge ist Kanada für bayerische Unternehmen ein guter Ausgangspunkt zur Erschließung des NAFTA-Raums, der Kanada, die USA und Mexiko einschließt. Konsul Steven Goodinson wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit einer Präsenz vor Ort und in den jeweiligen Provinzen hin, die für eine effiziente Marktbearbeitung unabdingbar sei. Für Québec stehen bei den zukünftigen Schwerpunkten die Themen Elektromobilität und Erschließung des Nordens im Mittelpunkt, so die Leiterin der Wirtschaftsabteilung der Regierung von Québec, Marie-Andrée Bernard.

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von Links nach rechts: Steven Goodinson, Marie-Andrée Bernard, Prof. Dr. Klaus Diepold, Dr. Petra Dolata, Michael Gross, Sectur Cluster Lead Industry, Siemens Ltd., Dr. Terrie Romano

Mit speziellen Förderprogrammen für Forschung und Entwicklung hat sich Kanada innerhalb der letzten Jahrzehnte zu einem interessanten Industriestandort für Spitzentechnologien in den Bereichen Automobiltechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Biotechnologie entwickelt. Hinzu kommt auch der Bereich der erneuerbaren Energien, der etwa in Ontario von großer Bedeutung ist und auch nachhaltig unterstützt wird, so Dr. Terrie Romano, Konsulin für Ontario in München. „Damit bayerische Unternehmen die sich daraus ergebenden Chancen noch stärker nutzen können, muss endlich das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada unterzeichnet werden. Die Verhandlungen laufen seit vier Jahre und wir erwarten, dass die Unterzeichnung noch in diesem Herbst in greifbare Nähe rückt“, so Albat.