Aug 182014
 

Will man den Inhalt der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, als Singspiel komponiert, ohne den Inhalt vorher gelesen zu haben verstehen, dann hat man Schwierigkeiten. Die vielen verschiedenen Szenen, von hervorragenden Sängern in Bregenz getragen, bürden unbedarften Zuhörer einige Rätsel auf.

Aber ist das das Ziel dieser, mit großem Aufwand und schöner, zauberhafter Kulisse inszenierten Oper im Jahre 2014?

Bregenz 2014

 Foto aus: zu bregenz pressefotos zauberflöte

Die dahinter liegende Geschichte passte sicher in das 18. Jahrhundert, heute jedoch, bei der audiovisuell vorgeprägt Zuhörerschaft treten die Inhalte oft in den Hintergrund. Wen interessieren hier schon die Probleme der Freimaurer oder die Probleme der Menschenrechte die angesprochen werden. Man möchte einen schönen Abend mit viel Feuer und Wasser, wunderbaren Kostümen und guten Sängerinnen und Sängern erleben.

Das wird in Bregenz auf der einmaligen Seebühne allemal geboten. Lichtspiele und Feuerwerk, Hängebrücken, auf denen Figuren klettern, das begeistert. Begleiterinnen der Königin reiten auf silberglänzenden Drachen, andere Darsteller auf malerischen asiatischen Einhörnern. Einige Darsteller kommen per Boot und bewirken den Aha-Effekt, an anderer Stelle treten Magier mit Feuerzeichen auf.  Es ist verständlich, dass diese Oper, entsprechend angepasst, sogar in Marionettentheatern für Kinder Begeisterung hervorgerufen kann.

Die Aufführung am 17. August jedenfalls hat das Publikum rundweg begeistert. Gespräche mit den Zuschauern zeigten, dass besonders die Inszenierung von David Pountney, die Bühne von Johan Engels sowie die Kostüme von Marie-Jeanne Lecca faszinierten. Dass bei den bekannten Liedern einige Zuschauer sogar mitsummten zeigt doch auch die Akzeptanz der ca. 7000 Zuschauer.

Genau diese Art der Inszenierung will der heutige Zuschauer. Dass dabei der Inhalt in den Hintergrund tritt ist ihm nicht so wichtig. Die Musik zählt (Wiener Symphoniker und der Prager Philharmonische Chor) das Bühnenbild zählt und das wurde in bester Qualität geboten.

Klaus Jamin

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