Mrz 252012
 

 Das Kanada-Event unter dem Motto „Moose, Mountains und Mounties … and Prêt-a-Porter“? fand während der ITB in Berlin am 8. März in der Frank Gehry-Location in der DZ Bank am Brandenburger Tor statt. Die unglaubliche Architektur, das fantastische Essen und eine Modenschau vom Feinsten ließ den Besucher kaum zu Kontakten kommen. Als allerdings dann die Modenschau vorbei war und das Bier die Zunge lockerte, fanden die wichtigen Gespräche zur Zukunft des Tourismus, zur Entstehung neuer Märkte und Produkte statt, zu denen sonst auf der Messe kaum Zeit zu finden war. Ein sehr gelungenes Event, das im kommenden Jahr wiederholt werden sollte.

itb-2012-12.JPG

Mrz 242012
 

PARTNERLAND ÄGYPTEN: Demokratie braucht ein ökonomisches Fundament: Ägypten will Tourismuseinnahmen bis 2017 verdoppeln

Ägypten hat sich in diesem Jahr besonders viel Mühe gegeben, um den so wichtigen Tourismus wieder auf den Stand vor der Revolution zu bringen.

agypten-logo.jpg

Besonders eindrucksvoll war die Eröffnungsfeier die von Ägypten gestaltet und ausgerichtet wurde. Selbst für Journalisten war im ICC Berlin nur noch auf den oberen Rängen Platz. Insgesamt war die Fragestellung klar. Sind bei der immer größer werdenden Konkurrenz Bier und Bikini in Zukunft in Ägypten tabu oder lassen sich Badeziele am Roten Meer vielleicht leichter vermarkten, wenn dem Urlauber bei der Buchung gar nicht bewusst ist, dass sein Traumstrand in Ägypten liegt? Dies waren einige Fragen, zu denen sich der ägyptische Tourismusminister Mounior Fakhry Abdel Nour und Vertreter der Egypt Tourism Authority (ETA) am Mittwoch auf der ITB Berlin äußerten. „Ägypten ein Jahr nach der Revolution: Wie geht es politisch, wirtschaftlich und touristisch weiter?“ war das Thema einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde. Das nordafrikanische Land, das machte Minister Mounir Fakhry Abdel Nour deutlich, befindet sich in der Phase eines politischen Systemwandels. „Touristen, die jetzt zu uns kommen, unterstützen uns ökonomisch – und damit auch unsere Ziele wie Demokratie, Freiheit und Respekt vor den Menschenrechten“. Der Minister führte an, dass es aus seiner Sicht derzeit drei Hauptgründe gäbe, Ägypten zu besuchen. Zum ersten sei es ein phantastisches Reiseland, zum anderen würde der Prozess Richtung Freiheit und Demokratie ökonomisch unterstützt, zum dritten – so der Minister sehr deutlich – hätte ein wirtschaftlicher Verfall Ägyptens für Westeuropa dramatische Konsequenzen. Ein Niedergang Ägyptens, so Mounir Fakhry Abdel Nour, wäre der Auftakt zu einer sehr schwierigen Periode für die gesamte arabische und islamische Welt. „Unterstützt Ägypten für eure eigene Sicherheit!“, appellierte Mounir Fakhry Abdel Nour.

Die ökonomische Bedeutung des Tourismus für Ägypten kann kaum überschätzt werden, das machte das Statement von Dr. Ibrahim A. Hegazy deutlich. Der Professor an der amerikanischen Universität in Kairo und Vertreter der ETA führte an, dass der Anteil des Tourismus am ägyptischen Bruttosozialprodukt im Jahr 2010 bei 11,3 Prozent gelegen habe. Das Land habe durch den Tourismus rund 12,5 Milliarden US Dollar an Devisen eingenommen. Bis zum Jahr 2017, so der Plan der ETA, solle sich dies verdoppeln. Bereits heute sei einer von sechs Arbeitsplätzen in Ägypten direkt vom Tourismus abhängig, indirekt seien so gut wie alle Ägypter mit dem Tourismus verbunden. Aus diesem Grund, so prognostizierte Hegazy, könnten die neuen politisch Verantwortlichen in einem demokratischen System auch keine Entscheidungen treffen, die dem Tourismus schaden. Ägypten, so versicherte Hegazy, werde die Gewohnheiten und Bräuche der Touristen weiterhin respektieren – dazu gehöre auch die Freiheit, Bier zu trinken und Bikinis zu tragen. Die Tourismusindustrie diskutiere diese Themen intensiv mit den neu gewählten Parlamentariern, es gebe bislang keine Gesetze, die Touristen einschränken. „Es gibt lediglich ein paar Gerüchte, die von Massenmedien verbreitet werden, die damit Auflage machen wollen, aber es gibt keine offiziellen Beschlüsse“, erklärte Hegazy.

Dass Ägypten zur Normalität zurückgekehrt ist, berichtete Dr. Rainer Herret von der Deutsch-Arabischen Industrie – und Handwerkskammer. „Die deutsche Community in Ägypten ist sehr optimistisch, alle Firmen sind in Ägypten geblieben, die Produktion war fast nirgends unterbrochen“, erläuterte Herret. Eine rasche Rückkehr zur Normalität, das sind auch die Ziele des Tourismusministers. Er will bereits in diesem Jahr den Einbruch des vergangenen Jahres wieder aufholen – und bis zum Jahr 2017 will er pro Jahr sogar 30 Millionen ausländische Besucher empfangen.

Wie es touristisch in Ägypten weitergeht, so Hans-Gustav Koch vom Deutschen Reiseverband, hänge ganz davon ab, was in Ägypten weiter passiert. In seinem Statement zeigte sich Koch optimistisch: „Ägypten ist ein phantastisches Urlaubsland – und ich glaube, dass es definitiv auf dem richtigen Weg ist.“ Da Touristen sehr viel Wert auf Sicherheit legten, empfahl er den Verantwortlichen aus Ägypten, „sehr deutlich zu machen, dass es im Land sicher ist.“ Im Gegensatz zu Kairo, so erklärte Koch, seien die Resorts am Roten Meer selbst im Januar 2011 sicher gewesen. Die Anregung eines Reisebüro-Praktikers, Sharm el Shaik und Hurghada in Zukunft stärker als eigene Destinationen zu vermarkten und das Land Ägypten dabei gar nicht mehr zu erwähnen, fanden die ägyptischen Tourismusverantwortlichen zumindest teilweise bedenkenswert. „Wir setzen in unserer Kommunikationsstrategie klar auf eine Segmentierung der Destinationen, insbesondere vermarkten wir die Badeorte am Roten Meer getrennt vom Nil und von Kairo. Das hat auch im vergangenen Jahr teilweise gewirkt, denn auch 2011 zählte Ägypten trotz des massiven Einbruchs immer noch rund 10 Millionen Besucher“, berichtete ETA-Chairman Amr El Ezabi.

Quelle: Pressebericht vom 08.03.2012/ITB Tagesberichte

www.egypt.travel

Mrz 232012
 

„Jeder Bauernhof und jede noch so kleine Klitsche hat allmählich ihren Wellnessbereich oder -angebote. Und weil es nun mal nicht mehr als eine Handvoll Grundformen gibt, wird nur noch an Namen rumgemacht und blödes Zeug ausgedacht. Irgendwie hält man die Kunden offenbar für ziemlich bescheuert, dass sie jetzt „Hand- und Fußpflege mit Champagner“ buchen……..“. (aus: Reise-Blitz vom 22.03.12 VIP-Service, Hans Nechleba). Herr Nechleba hat ganz recht. Wer im Internet unter Google nach dem Begriff Wellness schaut findet weltweit insgesamt 460 Millionen Einträge zu diesem Begriff.  

Trends und Tendenzen auf Basis von TravelScope und einer Gästestudie zu Wellnessreisen, erstmalig durchgeführt vom Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag von Wellness-Hotels & Resorts und beauty24 (http://www.gfkps.com/scopedivisions/retail/tourism/index.de.htm) zeigen jedoch ein klares Bild.

 Auf Basis einer Hotelierumfrage unter den Partnerhotels, durchgeführt von beauty24 und Wellness-Hotels & Resorts, steht die Wellness-Branche weiter im Aufwärtstrend. Das Wachstum ist ungebrochen. Die Wellnessbranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Die eigene aktuelle Hotelierumfrage des Wellnessreise-Veranstalters beauty24 und Wellness-Hotels & Resorts unter den Partnerhoteliers bestätigt das. Im Jahr 2011 haben 60,17 Prozent der Wellnesshoteliers eine steigende Nachfrage nach Wellnessleistungen verzeichnet und die Hoteliers sehen optimistisch in die Zukunft. Für 2012 erwarten 65,85 Prozent eine erneute Steigerung. Dieses Wachstum können nicht nur die Wellnesshoteliers bestätigen. Auch die Analyse des Reisemarktes in GfK TravelScope, einer Langzeitstudie des Marktforschungsunternehmens GfK zeigt: Wellnessurlaub wird immer attraktiver – im Vergleich zu 2010 stieg der Anteil an Wellnessreisen um 6,7 Prozent. Der Gesamtreisemarkt verzeichnete dagegen nur ein Wachstum von 2,1 Prozent.

Warum profitiert die Wellnessbranche?

Der Reisemarkt verschiebt sich immer mehr hin zu Kurzreisen, Ziele im Inland sind gefragt wie nie. Fazit: Die Menschen verreisen öfter, dafür aber lieber kürzer. Damit das Wachstum anhält, investiert die Branche kräftig. Die Hotelierumfrage zeigt, dass im Jahr 2011 mehr als drei Viertel (81,3 Prozent) aller Wellnesshoteliers Geld vor allem für den Um- oder Ausbau von Hotelzimmern (69 Prozent) ausgegeben haben. Auch 2012 planen 82,11 Prozent Investitionen in ihr Hotel.

Aber die Mitbewerber in anderen Ländern schlafen auch nicht. So schreibt beispielsweise Hubert von Brunn „Der tunesische Tourismusminister Elyes Fakhfakh verkündet denn auch ebenso selbstkritisch wie selbstbewusst, dass sich sein Land künftig nicht mehr nur auf den Badetourismus konzentrieren werde. Vielmehr will man unter dem Slogan „Tunesien neu erleben“ mit einer neuen Strategie, in der Lifestyle, Wellness und Emotionen im Mittelpunkt stehen, in die Offensive gehen.“ Und es gibt noch andere Offensiven. Wellness ist vielen älteren Menschen zu wenig. Selfness muss es sein. Dieser Trend ist zwar auch auf der ITB wenigen bekannt, Insider wie Heinz Jürgen Maras, Personaltraining & Erfolgsberatung jedoch wissen, dass sich hier eine neue Marktnische auftun könnte. Unter dem Titel Selfness löst Wellnepp ab schreibt Manuel J. Hartung schon im Jahre 2004 in „Spiegel Online“ “Gleitgel und Kloster-Urlaub, Katzenklo und Kuchenteig – alles firmiert unter dem diffusen Label „Wellness“. Das Geschäft mit dem Wohlfühlen wächst – noch. Denn die Marketingstrategen arbeiten schon am nächsten Hype.”

Warten wir es ab, noch scheint der Trend, wie auf der ITB zu beobachten war, ungebrochen zu sein. Der Markt wird es schon richten.

 

Informationen auch bei: Wellness-Hotels & Resorts: www.markengold.de oder e.blomenkamp@w-h-d.de www.w-h-d.de