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Archive für 12.4.2011
Das Deutsche Finanzsystem
12.4.2011 von Pressebüro Dr. Jamin.
Siegfried Jaschinski hat aus 10 Artikeln, die er in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hat, ein Buch über das deutsche Finanzsystem zusammengestellt, das einerseits verschiedene Aspekte dieses Systems betrachtet, andererseits aber auch so einfach geschrieben ist, dass sich selbst der Laie einen ordentlichen Überblick über das Finanzsystem in Deutschland machen kann. Obwohl er einen ein ausgewiesener Kenner der Bankenszene ist, diagnostiziert die Schwachstellen des Status quo in Deutschland journalistisch gezielt oberflächlich. Dafür skizziert er, wie die in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegenen Marktrisiken das Bankensystem beeinträchtigen. Anschließend wird kompakt erläutert, wie Börsen und außer-börsliche Märkte funktionieren. Der folgende Abschnitt liefert eine Bestandsaufnahme der „drei Säulen” des deutschen Bankensystems, bestehend aus Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen/Landesbanken. Ein Vergleich mit Bankensystemen anderer europäischer Länder zeigt Alternativen auf.
Das zentrale Problem: Strukturelle Veränderungen nach der Finanzmarktkrise werden die Kredit Versorgung erschweren. Ferner ist ein Rückgang der Langfristfinanzierung zu erwarten. In der Krise hat sich gezeigt, letztendlich ist nur auf die heimischen Banken Verlass. Fusionen, Brüsseler Restrukturierungsauflagen und verschärfte Kapitalanforderungen werden das Kreditangebot für die Wirtschaft nachhaltig verringern. Der Autor zeigt zwei parallel anzustrebende Lösungen auf: Die Funktionsfähigkeit der Wertpapiermärkte durch Stärkung der öffentlichen Börsen erhöhen. Die unregulierten OTC-Märkte sollten nach Möglichkeit an die Börsen geholt werden. Marktbeeinflussung sollte durch Erhöhung der Liquidität bekämpft werden. Das macht Märkte berechenbarer und für die Unternehmensfinanzierung mittels Anleihen attraktiver. Zweitens muss die Schaffung von leistungsfähigen Banken für mittelständische und große international agierende Unternehmen im Zentrum der Reformen stehen. Voraussetzung ist eine stabile Refinanzierung, die durch eine effiziente Kanalisierung von Einlagenüber-schüssen im Bankensystem zu organisieren ist.
Es ist ein gutes Buch[1] für den Laien, obwohl viele Fachbegriffe nicht erklärt worden sind. Für den Fachmann, aber auch für den Betriebswirt, ist es nicht tief gehend genug.
[1] Schäffer-Poeschel Verlag, für Wirtschaft • Steuern • Recht GmbH
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