Mai 092010
 

Millionen Touristen strömen jedes Jahr auf die Insel Zypern, doch nur wenige wissen, dass sie nicht nur von unvergleichlicher landschaftlicher Schönheit, sondern auch eine archäologische Schatzkammer ist. Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Zypern und der deutschen Bundeskanzlerin präsentiert das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim vom 13. März bis 12. September 2010 in der europaweit einzigartigen Schau „Zypern – Insel der Aphrodite“ die reichen Schätze dieser faszinierenden Insel und macht auf Zyperns weitgehend unbekannte Rolle als Wiege der europäischen Kultur aufmerksam.

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Zypern verdankt der geografisch zentralen Lage im östlichen Mittelmeer zwischen Europa. Asien und Afrika seine turbulente, rund 10.000-jährige Geschichte. Als Knotenpunkt zwischen Orient und Okzident sowie aufgrund seiner Rohstoffe zog der sagenhafte Geburtsort der griechischen Göttin Aphrodite schon seit der Antike zahlreiche Siedler und Eroberer an. die ihre Spuren hinterließen.
Bereichert durch lokale Elemente, entwickelte sich eine multikulturelle Gesellschaft, deren archäologische Zeugnisse eine faszinierende Geschichte von der Entstehung der europäischen Kulturen erzählen.

Während um 1800 nur einzelne Forschungsreisende und Sammler die Bedeutung der zyprischen Kunst und Kultur erkannten, machten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts gleich mehrere, teils selbst ernannte Forscher auf die Suche nach spektakulären Kunstwerken, die das antike Zypern auch international bekannt machten.kirche.jpg

Die aufsehenerregenden Funde einer schwedischen Forschergruppe im Jahr 1929 waren das Ergebnis einer erstmaligen wissenschaftlichen Erforschung der kulturellen Bedeutung Zyperns.
Dies führte 1935 zur Gründung des Cyprus Department of Antiquities, dem zahlreiche bedeutende Neufunde sowie die Erhaltung vieler archäologischer Stätten auf Zypern zu verdanken sind. Einen weiteren Aufschwung der zyprischen Archäologie brachte das Jahr 1960 mit der Unabhängigkeit Zyperns und dem verstärkten Interesse des neuen Staates an der eigenen kulturellen Vergangenheit. Die Archäologie Zyperns führt deshalb heute kein Nischendasein mehr, sondern ist international etabliert.

 Zum 50. Jahrestag der Gründung der Republik Zypern ist es dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim gelungen, erstmals über 200 herausragende Exponate, davon allein rund 120 Objekte aus zyprischen Museen, zu einer exklusiven Ausstellung zusammen­zutragen, die den Besucher auf eine spannende Zeitreise durch das antike Zypern führt.