Mai 122009
 

Verbrannt, verboten, verbannt – die Namensliste der Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist lang. Unzählige Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler wurden ihrer Heimat und Arbeit beraubt, viele wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Das darf nicht vergessen werden! Daher wurde am 10. Mai 2009, dem 76. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nazis 1933, wieder in ganz Deutschland Texte aus den damals verbrannten Büchern vorgelesen.

Am Odeonsplatz in München waren es 20 zum Teil prominete, zum Teil Betroffene, die gelesen haben. Das waren:

Gerhard Schmitt-Thiel, Begrüßung und Anmoderation, Eckart Hachfeld „Zwei Seelen, ach…“ u.a. Gustava Everding, Anna Seghers. Dr. Ulrich Peters Gustav Meyrinks „Des deutschen Spießers Wunderhorn“ . Gilla Schmitt-Thiel, verschiedene Brandsprüche. Gerd Bergmann, Erich Kästner. Ricci Hohlt, Kurt Tucholsky. Kulturreferent Hans-Georg Küppers, Heinrich Heine. Antonia Alkan, Bert Brecht. Henriette Schmidt, Absolventin der August-Everding-Akademie, Alfred Döblin – „Die Geschichte vom Franz Biberkopf“. Barbara Dickmann, Kurt Tucholsky. Sven Hussock, Absolvent der August-Everding-Akademie, Erich Weinert. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Anton Erkelenz – Aufruf „Der Rattenfänger von Braunau“. Margret Jamin, Erich Mühsam. Peter Machac, Leo Perutz – „Weihnacht in Wien“. Suzanne von Borsody, Macha Kalenko . Udo Wachtveitl, Oskar Maria Graf. Anne und Theresa von Hassel, Carl Zuckmayer. Miroslav Nemec, Ödön von Horváth. Zur Verabschiedung las Gerhard Schmitt-Thiel, Ringelnatz.

 

An die 200 Zuhörer wechselten sich ab, alle waren tief betroffen, einige kannten gar nicht die Namen der Autoren oder deren Texte. Aber es gab auch viel zu lachen, denn es wurden vor allem Texte gelesen, bei denen sich die Zuhörer fragten „ Kann das den wahr sein, dass die Bücher dieses Schriftstellers verbrannt wurden?“

Gerhard Schmitt-Thiel

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