Sep 082008
 

von Hartwig Lohse, München

  Eine Studie des Instituts für Qualitätsmanagement IQM e.V. (www.qm-germany.de) München zeigt es einmal wieder – wer nicht informiert ist, kann auch nichts einsparen. Professoren der Fachhochschule München haben sich mit dem Thema E-Billing und E-Mahnwesen ausführlich beschäftigt und sind zu folgendem Ergebnis gekommen.

Die negativen Aspekte:

Die Studie zeigt deutlich, dass sich zu wenig potenzielle Anwender mit dem E-Billing und E-Mahnwesen auskennen.

Bedenklich ist auch, dass Steuerberater den Einsatz von E-Billing durch ihre skeptischen Aussagen verhindern. Der Grund dafür ist, dass sie über diese Methode nicht informiert sind und daher sowohl rechtliche als auch steuerliche Bedenken anmelden. Die zuständigen Personen in den Abteilungen von Unternehmen schrecken daher zurück, gegen die Meinung des Steuerberaters auf E-Billing zu setzen.

Fachliche Aufklärung ist Mangelware. Es fehlen offensichtlich Schulungen in den entsprechenden Unternehmensabteilungen. Auch an Hochschulen ist das Thema kaum bekannt, selbst Professoren des Rechnungswesens schütteln beim Thema E-Billing nicht selten verständnislos den Kopf. Eine der wenigen Ausnahmen bildet die Vorlesung zum Thema E-Business an der Steinbeis-Hochschule in Berlin.

Der Kunde des Kunden wird beim Vertrieb von E-Billing- und E-Mahnwesen-Systemen zu wenig analysiert. Hier ist Aufklärungsbedarf nötig. Das Argument, „die Kosten für E-Billing liegen stets deutlich unter den Kosten, die für den Postversand zu veranschlagen sind“, wird selbst bei noch so guter Präsentation von den meisten mittelständisches Unternehmen mit Zurückhaltung aufgenommen. Die Rechenbeispiele sind zwar simpel, aber es fehlt bislang eine schlüssige Beweisführung, wie sie in diesem Gutachten unternommen wird.

Insgesamt ist klar, dass ein hohes Marktpotenzial vorhanden ist, das jedoch erst realisiert werden kann, wenn die nach wie vor nötige Aufklärungsarbeit geleistet ist.

Die positiven Aspekte:

Bei klarer Beweisführung kann festgestellt werden, dass die Kosten für E-Billing fast unabhängig vom Versandvolumen deutlich unter den Kosten liegen, die für den Postversand zu veranschlagen sind. Die Gesamtaufwendungen für E-Billing betragen dabei in der Regel weniger als 15% der Gesamtkosten für den Postversand.

Offensichtlich ist aber mit der Kosten-Argumentation im Mittelstand noch nicht die Schwelle zum Umschwenken auf E-Billing und E-Mahnwesen erreicht worden. Dabei zeigt die Studie sehr deutlich, dass mit steigendem Versandvolumen das Einsparpotenzial des E-Billing – allerdings in Abhängigkeit vom Preismodell des Service-Providers – stetig wächst.

Bei SaaS-Konzepten (Software as a Service) im E-Billing Bereich können die Einsparpotenziale schon bei geringer-volumigem Rechnungsversand im ersten Jahr in vollem Umfang realisiert werden, da Investitionsaufwendungen in Soft- und Hardware sowie Fixkosten zum großen Teil entfallen.

Auffällig ist die hohe Nutzerzufriedenheit der Anwender, denn 80% der in dieser Studie befragten Unternehmen, die E-Billing bereits längere Zeit anwenden, würden dieses Verfahren der Rechnungsschreibung jederzeit weiterempfehlen.

Besonders hoch ist das Marktpotenzial. Von den befragten großen Unternehmen mit einem Rechnungsvolumen von meist weit über 2.000 Rechnungen setzen rund 40% diese Methode bislang allerdings noch nicht ein.

Zusammen mit den mittelständischen Unternehmen kann eine Aussage als gesichert gelten, „der Markt ist noch lange nicht gesättigt“.