Mai 072008
 

München, auf dem Odeonsplatz am 10. Mai 2008 von 11 bis 13 Uhr

Am 10. Mai 1933, also vor 75 Jahren, nur erstaunlich wenige Wochen nach der   nationalsozialistischen Machtübernahme, wurden Bücher von politisch und rassistisch unerwünschten Schriftstellern und Wissenschaftlern in fast allen deutschen Universitätsstädten verbrannt.

Dabei wurden so genannte Feuersprüche gerufen: z.B.    

Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.

oder

Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, für Erziehung des Volkes im Geist der Wahrhaftigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.

oder

Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist. Verschlinge, Flamme, auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky!

Man nannte Deutschland mal stolz ‚Das Land der Dichter und Denker’, das sollte uns Verpflichtung sein, immer wieder mahnend an die Verbrechen und Zensur der Nazis zu erinnern.

In München veranstalten wir aus diesem Anlass u.a. auf dem Odeonsplatz am Pfingstsamstag, dem 10.Mai, in der Zeit von 11:00 bis ca. 13:00 Uhr eine öffentliche Lesung aus verbrannten Büchern und Schriften. Diese Lesung ist u.a. einer der Events zum 850. Geburtstag von München.

Ihre Teilnahme als Vorlesende haben bislang zugesagt:

Gerd Bergmann, Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler, Gaby Dohm,  Marcus Boshkow mit Studenten/innen der Falckenbergschule, Gustava Everding, Thomas Goppel, Dieter Hildebrandt, Ricci Holt, Horst Janson,  Bruno Jonas, Kulturreferent Hans-Georg Küppers, Franz Maget, Sunnyi Melles, Thorsten Otto, Antonia Peters, Gerhard Schmitt-Thiel, Monika Strauch & Peter Machac, Friedrich Kardinal Wetter.